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12-10-2014
Ausfahrt, Katharsis und Heimkehr. Motive mittelalterlicher Literatur im
Handkes Roman In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus

 
Dr Magatte NDIAYE,
Universite Gaston Berger de Saint-Louis, SENEGAL
 
Zusammenfassung
In der postmodernen Literatur ist Handke als Dichter der Ausfahrt und Heimkehr betrachtet. Im Roman In einer
dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus, setzt sich der Apotheke von Taxham auf den Weg zu einer
Abenteuerreise. Wie in einem Ritterroman trifft ihn zu tiefst etwas, ein Schlag auf den Kopf zwingt ihn zum
Schweigen. Er verliert die Stimme und beginnt eine Abenteuer- beziehungsweise eine Lehrreise. Der Verlauf der
Reise vom Apotheker und die damit verbundenen Begebenheiten zeigen, dass Handke auf  die Schablonen der
Abenteuer- und Liebesromane zurückgegriffen hat. Wie in diesen Werken, am Beispiel von Iwein und Erec von
Hartmann von Aue und Don Quijote von Cervantes macht sich der Apotheker auf die Reise, auf die Suche nach dem
letzten Abenteuer und der vollkommenen Liebe. Die Schilderung des Reiseweges ist durch eine Mischung von
magischen realistischen Elementen geprägt, was die Aventiuren geheimnisvoller macht. Die Aufforderung des
Apothekers zum Gehen bildet eine Aufforderung zum Verwandlung, eine Aufforderung zu einer Lebensreise. Der
Weg zur Steppe, zu kleinen Waldlichtungen zeichnet die odysseische Heimfahrt, die nicht in der Naturwelt endet,
sondern in der Heimatstadt. Die Steppe bildet nur eine Initiationsstelle, die im Verwandlungsprozess überquert
werden muss. Die Katharsis, die Handke in Werk meint, ist eine Reinigung der Welt mit der Stille und der Leere als
Voraussetzungen.